Vergangenheitspolitik: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Vergangenheitspolitik''' ist eine politisch motivierte Form der Aufarbeitung vergangener Ereignisse. Es werden eigene, geschichtliche Ereignisse aufgearbeitet, welche beispielweise während eines diktatorischen Regimes stattgefunden haben. In Jugoslawien wurde intensiv Geschichtspolitik betrieben, es wurden Feste geschaffen um so eine Legitimationsgrundlage des Staates und eine Identität zu kreieren, mit denen sich alle angehörigen Teilstaaten und Völker identifizieren können.<ref>Höpken, Wolfgang: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat: Jugoslawien 1944-1991. In: Bock, Petra und Wolfrum, Edgar: Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Erinnerung und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich. Göttingen 1999.> Die Vergangenheitspolitik bestimmt wie mit der Vergangenheit umgegangen wird und an was wie erinnert wird und bestimmt so wie geschichtliche Momente kollektiv wahrgenommen werden. Je nach politischem System eines Staates werden Ereignisse verschiedenartig gedeutet, betont, tabuisiert oder vergessen.<ref>Radonic, Ljiljana: Krieg um die Erinnerung. Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards. Wien 2009.</ref>
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Die '''Vergangenheitspolitik''' ist eine politisch motivierte Form der Aufarbeitung vergangener Ereignisse. Es werden eigene, geschichtliche Ereignisse aufgearbeitet, welche beispielweise während eines diktatorischen Regimes stattgefunden haben. In Jugoslawien wurde intensiv Geschichtspolitik betrieben, es wurden Feste geschaffen um so eine Legitimationsgrundlage des Staates und eine Identität zu kreieren, mit denen sich alle angehörigen Teilstaaten und Völker identifizieren können.<ref>Höpken, Wolfgang: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat: Jugoslawien 1944-1991. In: Bock, Petra und Wolfrum, Edgar: Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Erinnerung und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich. Göttingen 1999.</ref> Die Vergangenheitspolitik bestimmt wie mit der Vergangenheit umgegangen wird und an was wie erinnert wird und bestimmt so wie geschichtliche Momente kollektiv wahrgenommen werden. Je nach politischem System eines Staates werden Ereignisse verschiedenartig gedeutet, betont, tabuisiert oder vergessen.<ref>Radonic, Ljiljana: Krieg um die Erinnerung. Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards. Wien 2009.</ref>
  
 
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Version vom 29. November 2014, 12:28 Uhr

Text: JG

Die Vergangenheitspolitik ist eine politisch motivierte Form der Aufarbeitung vergangener Ereignisse. Es werden eigene, geschichtliche Ereignisse aufgearbeitet, welche beispielweise während eines diktatorischen Regimes stattgefunden haben. In Jugoslawien wurde intensiv Geschichtspolitik betrieben, es wurden Feste geschaffen um so eine Legitimationsgrundlage des Staates und eine Identität zu kreieren, mit denen sich alle angehörigen Teilstaaten und Völker identifizieren können.[1] Die Vergangenheitspolitik bestimmt wie mit der Vergangenheit umgegangen wird und an was wie erinnert wird und bestimmt so wie geschichtliche Momente kollektiv wahrgenommen werden. Je nach politischem System eines Staates werden Ereignisse verschiedenartig gedeutet, betont, tabuisiert oder vergessen.[2]

Anmerkungen

  1. Höpken, Wolfgang: Vergangenheitspolitik im sozialistischen Vielvölkerstaat: Jugoslawien 1944-1991. In: Bock, Petra und Wolfrum, Edgar: Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Erinnerung und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich. Göttingen 1999.
  2. Radonic, Ljiljana: Krieg um die Erinnerung. Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards. Wien 2009.